Doktor Stratmann: Pathologisch

„Im deutschen Fernsehen hat jede Krimiserie mittlerweile ihren eigenen Pathologen, der nicht selten mitermittelt.“ so die Festsellung von Doktor (Ludger) Stratmann in seinem definitiv letzten Bühnenprogramm Pathologisch, das nun als Hörbuch bei tacheles!/ Roof Music erschienen ist. Doktor Stratmann blickt in diesem, seinem letzten Programm, auf sein Leben zurück, und zwar, nachdem er auf offener Straße von einem Bierfass-Transporter erfasst wurde und gestorben ist. Auch, wenn er sein plötzliches Ableben noch gar nicht fassen kann, arrangiert er sich mit der Situation und zieht über seine Schul- und Ausbildungszeit Bilanz. Er erinnert sich daran, wie er und seine Frau Inge sich in seiner Stammdiscothek beim Bluestanzen zum ersten Mal begegnet und näher gekommen sind. Auch in Bezug auf Freunde und Weggefährten lässt er noch einmal seine Gedanken Revue passieren. Er denkt zum Beispiel an seinen Freund Heini Schmalzig, der sich gerade erst kürzlich das „Himmelreich auf Erden“ zugelegt hat. Letztlich wirft er noch einen Blick auf die Zukunft dieser Welt, die nun ohne ihn weiter existieren wird. Das alles natürlich mit dem ihm eigenen, unvergleichlichen Ruhrpott-Humor und der dazu passenden Sprache. Typisch Doktor Stratmann eben. Hier ein kleines Beispiel aus einem früheren Programm:


Ludger Stratmanns eigene Sendung im WDR Fernsehen
Auch, wenn ich mit meinen Eltern nicht unbedingt jede Vorliebe für gewisse Sendungen im Fernsehen teile, das „Stratmanns“, einmal im Monat Samstagabends im WDR, hatte es uns allen angetan. Ludger Stratmann fungierte seit 2001 nicht nur als Namensgeber für die aus Kabarett-Auftritten bekannter Künstler und Kneipen-Sitcom zusammengesetzte Sendung, sondern mimte darin auch 15 Jahre lang den Wirt Josef „Jupp“ Kwiatkowski, der allmonatlich durchs Programm führte. Am 7. Mai 2016 lief nun die letzte „Stratmanns“-Sendung im WDR Fernsehen und passend dazu hat sich nun auch Doktor Stratmann (Mediziner war er vor der Bühnentätigkeit übrigens wirklich) mit dem vorab angesprochenen Bühnenprogramm aus seinem aktiven Schauspielerdasein verabschiedet. Uns wird er fehlen, denn wir mochten seine wunderbare Art, Menschen für das Kabarett und auch für den Ruhrpott zu begeistern.