Auf den Punkt gebracht: Die heute-show zum Pflegenotstand

Liebe Leser,
bald geht es weiter mit dem Blog. Im Moment benötige ich aus Krankheitsgründen noch immer täglich Pflege, für die ich immer wieder dankbar bin. Kein Wunder bei der Pflege-feindlichen Politik in diesem Land. Die heute-show im ZDF bringt das Thema mal wieder äußerst treffend auf den Punkt:

Carolin Kebekus: Alpha Pussy Live

Carolin Kebekus ist zwar knapp fünf Jahre jünger, als ich, aber trotzdem mit der gleichen rebellischen und ganz klar feministisch geprägten Einstellung aufgewachsen. Ob sie wie ich auch im Alter von sechszehn, siebzehn Jahren als Punk durchs Leben gegangen ist, weiß ich zwar nicht, aber auch das täte mich bei ihrer musikalischen Vorliebe für „Rage against the Machine“ nicht wundern. Wie vorab schon in „Pussy Terror“ gibt sie auch in ihrem zweiten abend- und Auftrittsorte füllenden Programm wieder ganz unverkennbar die Alpha Pussy. Also eine junge, selbstbewusste Frau, die nicht nur der Männerwelt unmissverständlich zeigt, wo der Hammer hängt. Die mit kritischen Augen auch auf die Jugendlichen und jungen Erwachsenen von heute schaut.

Ein absolutes „No Go“ ist dabei für sie beispielsweise die Tatsache, dass junge Frauen heute zusammen mit ihrer Mutter in die Disko oder auf eine Party gehen. Das war in der Tat vor 20 Jahren auch für mich ein echtes „No Go“. Aber da scheinen sich die Zeiten echt geändert zu haben. Auch, dass Mädels heute in YouTube-Videos ihre Schminktipps, ihre kürzlich getätigten Einkäufe oder ihre „Evening Routine“ zum Besten geben und mit den Klicks ein Vermögen verdienen ist für sie irgendwie befremdlich. Klar politisch wird sie sogar, als sie darauf zu sprechen kommt, dass die so genannte „Gender Pay Gap“ (also die Tatsache, dass Frauen in den gleichen Positionen weniger verdienen, als Männer) nach wie vor in der Realität und in den Köpfen der Menschen existiert.

Mir hat das neue Programm wie schon das Erste wieder sehr gut gefallen. Carolin Kebekus ist für mich ein bisschen wie die deutsche Lady Gaga der Comedy. Frech, frivol, selbstbewusst und gerne mal politisch inkorrekt, wie beispielsweise auch gegenüber der katholischen Kirche. Mit ihr wäre ich gerne befreundet, denn ich mag Frauen, die offen und ehrlich das aussprechen, was sie denken und sich von der (Männer-)Welt nicht den Mund verbieten lassen. Das Programm ist als Hörbuch bei Wortart erschienen und mit einem tollen Poster für alle Fans bestückt.

Hörprobe

Dietmar Wischmeyer: Den Klaren sieht die Leber nicht

Es war im Jahre 1989, als ich das erste Mal im Radio auf die satirischen Erläuterungen des kleinen Tierfreunds zur heimischen Tierwelt stieß. Was ich damals als knapp 14-jährige noch nicht wusste: Der Mann hinter der Stimme des kleinen Tierfreunds würde mich auch 27 Jahre später noch zum Lachen bringen. Der kleine Tierfreund war nämlich die erste Radiocomedyfigur, die Dietmar Wischmeyer für den damals noch jungen niedersächsischen Radiosender ffn kreiert hat.

Kurze Zeit später wurde ich zum Fan der sonntäglichen Radiosendung „Das Frühstyxradio“, für das sich Wischmeyer gemeinsam mit einigen anderen Kollegen Comedyfiguren, wie Frieda und Anneliese, Bruns und Brochterbeck, Willi Deutschmann oder auch Günther, den Treckerfahrer ausgedacht hat. Zwei dieser anderen Kollegen sind heute bundesweit bekannte Komiker, wovon der eine Wischmeyer als Kollegen in seine Nachrichtencomedy im ZDF geholt hat. Die Rede ist von Oliver Welke, seines Zeichens Anchorman der heute show. Wischmeyer darf sich hier in verschiedenen Rollen ausleben und zum Beispiel als Günther, der Treckerfahrer, Niedersachsen erklären:

Der andere war lange Zeit auf Pro Sieben, heute auf Tele 5 als satierischer Fernsehkritiker unterwegs und tritt bis heute gemeinsam mit Wischmeyer als die Thekenphilosophen Kurt und Gürgen, besser bekannt als Die Arschkrampen auf: Oliver Kalkofe. Angefangen haben jedoch beide Olivers bei dem damals noch kleinen, in einem Bauernhaus in Isernhagen bei Hannover ansässigen Radiosender ffn unter der Redaktionsleitung Wischmeyers.

Obwohl es das Frühstyxradio heute in der ursprünglichen Form nicht mehr gibt, ist Wischmeyer mit einigen seiner Figuren dem Sender treu geblieben und hat hier beispielsweise in Gestalt von Günther, dem Treckerfahrer, seine tägliche Radiokolumne. Da er seine Ideen jedoch auch gerne zu Papier bringt entstehen immer wieder herrlich komische Bücher, die man sich als Fan des ideenreichen Niedersachsen immer wieder gerne zu Gemüte führt. So auch das neuste Werk aus seiner Feder mit dem schönen Titel Den Klaren sieht die Leber nicht: Männerleben auf dem Lande, erschienen im Oldenburger Lappan Verlag.

Hier erfährt der wissbegierige Leser von Günther, dem Treckerfahrer höchstpersönlich, warum sich der Städter nach dem Landleben sehnt und der einfache Dörfler das Landleben einem Dasein in der Stadt auf jeden Fall vorzieht. Ländliches Brauchtum wird wie auch die typischen Tätigkeiten im Dorfe in allen Facetten erklärt und nicht nur dem Manne schmackhaft gemacht. Das alles natürlich in niedersächsischer bäuerlicher Mundart, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Für Fans des Frühstyxradios sind die Bücher Wischmeyers ohnehin ein Muss, aber auch als unbedarfter Satirefan ist man mit diesem Buch über die Vorzüge des Lebens auf dem platten Lande wirklich gut bedient.