Dietmar Wischmeyer: Den Klaren sieht die Leber nicht

Es war im Jahre 1989, als ich das erste Mal im Radio auf die satirischen Erläuterungen des kleinen Tierfreunds zur heimischen Tierwelt stieß. Was ich damals als knapp 14-jährige noch nicht wusste: Der Mann hinter der Stimme des kleinen Tierfreunds würde mich auch 27 Jahre später noch zum Lachen bringen. Der kleine Tierfreund war nämlich die erste Radiocomedyfigur, die Dietmar Wischmeyer für den damals noch jungen niedersächsischen Radiosender ffn kreiert hat.

Kurze Zeit später wurde ich zum Fan der sonntäglichen Radiosendung „Das Frühstyxradio“, für das sich Wischmeyer gemeinsam mit einigen anderen Kollegen Comedyfiguren, wie Frieda und Anneliese, Bruns und Brochterbeck, Willi Deutschmann oder auch Günther, den Treckerfahrer ausgedacht hat. Zwei dieser anderen Kollegen sind heute bundesweit bekannte Komiker, wovon der eine Wischmeyer als Kollegen in seine Nachrichtencomedy im ZDF geholt hat. Die Rede ist von Oliver Welke, seines Zeichens Anchorman der heute show. Wischmeyer darf sich hier in verschiedenen Rollen ausleben und zum Beispiel als Günther, der Treckerfahrer, Niedersachsen erklären:

Der andere war lange Zeit auf Pro Sieben, heute auf Tele 5 als satierischer Fernsehkritiker unterwegs und tritt bis heute gemeinsam mit Wischmeyer als die Thekenphilosophen Kurt und Gürgen, besser bekannt als Die Arschkrampen auf: Oliver Kalkofe. Angefangen haben jedoch beide Olivers bei dem damals noch kleinen, in einem Bauernhaus in Isernhagen bei Hannover ansässigen Radiosender ffn unter der Redaktionsleitung Wischmeyers.

Obwohl es das Frühstyxradio heute in der ursprünglichen Form nicht mehr gibt, ist Wischmeyer mit einigen seiner Figuren dem Sender treu geblieben und hat hier beispielsweise in Gestalt von Günther, dem Treckerfahrer, seine tägliche Radiokolumne. Da er seine Ideen jedoch auch gerne zu Papier bringt entstehen immer wieder herrlich komische Bücher, die man sich als Fan des ideenreichen Niedersachsen immer wieder gerne zu Gemüte führt. So auch das neuste Werk aus seiner Feder mit dem schönen Titel Den Klaren sieht die Leber nicht: Männerleben auf dem Lande, erschienen im Oldenburger Lappan Verlag.

Hier erfährt der wissbegierige Leser von Günther, dem Treckerfahrer höchstpersönlich, warum sich der Städter nach dem Landleben sehnt und der einfache Dörfler das Landleben einem Dasein in der Stadt auf jeden Fall vorzieht. Ländliches Brauchtum wird wie auch die typischen Tätigkeiten im Dorfe in allen Facetten erklärt und nicht nur dem Manne schmackhaft gemacht. Das alles natürlich in niedersächsischer bäuerlicher Mundart, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Für Fans des Frühstyxradios sind die Bücher Wischmeyers ohnehin ein Muss, aber auch als unbedarfter Satirefan ist man mit diesem Buch über die Vorzüge des Lebens auf dem platten Lande wirklich gut bedient.