Wenn eine PR-Spezialistin zur Hobbyermittlerin wird: Agatha Raisin

Agatha Raisin ist Anfang 50 und führt in London eine gut laufende PR Agentur. Bei Kunden und Freunden ist sie beliebt. Aber trotzdem fehlt ihr zum vollkommenen Leben der richtige Partner und eine schöne Umgebung auf dem Land. Darum beschließt sie, ihrem alten Leben den Rücken zuzukehren und sich ein Cottage in den Cotswolds zuzulegen. Im kleinen idyllischen Örtchen Carsley findet sie genau das Häuschen, was sie sich immer gewünscht hat. Was sie jedoch anfänglich unterschätzt hat, sind die Nachbarn in dem kleinen Ort. Die wollen mit ihr rein gar nichts zu tun haben und halten sie für eine hochnäsige,  eingebildete Großstadttussi. Lediglich ihre neue Haushälterin Gemma wird für sie ganz schnell nicht nur zur Ansprechpartnern,  sondern auch zur Freundin. Außerdem gibt es da noch den hochattraktiven James Lacey, der sie zwar ignoriert, aber auf den sie sofort ein Auge wirft.

In der 90minütigen Pilotfolge zur Serie mit dem Titel „Der tote Richter“ möchte Agatha neue Bekannte und Freunde innerhalb von Carsley gewinnen, indem sie am alljährlichen Quiche-Wettbewerb teilnimmt. Dumm ist nur, dass einer der Preisrichter aufgrund einer Vergiftung stirbt und das Gift dazu ausgerechnet in Agathas Quiche gefunden wird. Nun muss sie zu allem Überfluss auch noch zugeben, dass sie die Quiche gar nicht selbst gebacken hat. Weil ihr das aber ohnehin niemand so richtig glauben will, auch nicht die örtliche Polizei,  macht sie sich mit Hilfe von Gemma schließlich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Dabei treten reichlich interessante Details über einige ihrer Dorfmitbewohner zutage, die man anfänglich so gar nicht vermutet hätte…

Die auf ZDFneo ausgestrahle und bei Polyband auf DVD veröffentlichte Serie ist eine gekonnte Mischung aus tiefschwarzem Humor und spannenden Kriminalfällen. Nicht nur der Pilotfilm, sondern auch die acht 45-menütigen Folgen der ersten Staffel, allesamt aus der Feder der schottischen Erfolgsautorin M.C. Beaton, sind herrlich skurril und absolut sehenswert. Hauptdarstellerin Ashley Jensen ist für mich schauspielerisch die Entdeckung des Jahres.

PILOTFILM: Der tote Richter

FOLGE 1: Die Tote im Feld
FOLGE 2: Die tote Glöcknerin
FOLGE 3: Der Tote im Wasser
FOLGE 4: Die tote Gärtnerin
FOLGE 5: Der tote Tierarzt
FOLGE 6: Die ertrunkene Braut
FOLGE 7: Die tote Hexe
FOLGE 8: Der tote Ehemann

Father Brown kann’s einfach nicht lassen: Staffel 4 der BBC-Kult Comedy-Crime Serie auf DVD

Es gibt zwei Kult-Krimi Serien, die mich quasi schon durch mein ganzes Leben begleitet haben, immer mit unterschiedlichen Darstellern und Ausprägungen der Charaktere. Das waren Sherlock Holmes und Pater Brown. Was ich jedoch erst vor Kurzem erfahren habe, ist, dass Pater Brown-Erfinder Gilbert Keith Chesterton mit seiner Figur des kriminalistisch agierenden Geistlichen ein Gegengewicht zu der Londoner Detektiv-Kultfigur von Arthur Connan Doyle schaffen wollte. Das ist ihm, was den Beliebtheitsgrad beider Figuren angeht, ganz sicher auch gelungen. Die erste Pater Braun Verfilmung, an die ich mich erinnern kann, war mit Heinz Rühmann in der Titelrolle. Später war es dann Ottfried Fischer als Pfarrer Braun, der mich in der Rolle des kriminalistisch agierenden Geistlichen immer wieder zum Lachen brachte.

Nun gebührt schon seit mittlerweile vier Staffeln dem englischen Schauspieler Mark Williams die Ehre, auf wunderbar fein humorige Weise in der für die BBC produzierten Serie Father Brown dasselbe zu tun. Gemeinsam mit seiner von Sorcha Cusack grandios verkörperten Haushälterin Brigitte McCarthy und der ebenso überzeugend von Nancy Carroll gespielten Lady Felicia Montague macht er sich im England der Fünfziger Jahre als der römisch-katholischer Father=Priester im kleinen Städtchen Kembleford auf Verbrecherjagd. Sehr zum Missfallen von Inspector Mallory, der die Nachfolge von Inspector Sullivan (Staffel 2 und 3) und Inspector Vallentine (Staffel 1) angetreten hat. Sein Glaube in das Gute im Menschen bewirkt trotz aller Gefahr, die er sich aussetzt, dass am Ende stets der Father und sein Spürsinn siegt. Staffel 4 der in wunderschöner englischer Landschaft gedrehten Serie umfasst insgesamt 10 Episoden, bei denen man zurecht den Eindruck hat, dass die Begriffe Comedy und Crime von den Briten erfunden worden sind. Sie sind im Februar 2017 bei Polyband auf DVD erschienen und zeitgleich freitags ab 21.45 Uhr auf ZDFneo zu sehen.

Der feinsinnige Humor und die tollen Darsteller sind es, die hier ganz eindeutig den Erfolg ausmachen. Ich freue mich schon auf die nächsten Geschichten rund um den Geistlichen und sein kriminalistisches Talent.

 

Galileo präsentiert „Die spinnen, die Engländer“

„Das Handbuch zur kuriosesten aller Ausssteigernationen“  könnte man das von der Galileo-Redaktion zusammengestellte Taschenbuch über die Engländer auch nennen. Jenes Volk, das für seine geliebte Monarchin Elisabeth II, seinen Linksverkehr auf den Straßen, seinen Fünf-Uhr-Tee in der Tasse und dem regenreichsten Wetter des gesamten europäischen Kontinents berühmt ist… und vielleicht auch bald für  seinen unumkehrbaren Wunsch nach Eigenständigkeit, der es letzlich in ein paar Jahren wird verarmen lassen. Das wäre alles andere als lustig, sondern eine Tragödie! Darum, liebe Engländer (und auch alle Waliser,  Nordiren und Schotten) , bitte bleibt uns in der EU erhalten. Ich habe vor ein paar Jahren als Englisch-Deutsch Übersetzerin nicht ohne Grund diesen Werbeschriftzug inne gehabt: British_is_beautifulOkay, mein Übersetzerbüro ist mittlerweile geschlossen. Das heißt aber nicht, dass die Briten jetzt auch einfach so gehen sollen. Warum sie ganz klar zu Europa dazu gehören und trotzdem ihren ganz eigenen Kopf haben (und auch weiter haben sollen) ist in dem kleinen England-Handbuch Die spinnen, die Engländer wunderbar und auch mit viel Sinn für den weltbekannten britischen Humor erklärt. Jedem Fan dieser herrlich exzentrischen Fußballnation(en) sei dieses Werk über die Engländer darum nicht nur in Zeiten eines (bitte un-)möglichen Brexit wärmstens ans Herz gelegt.

PS: Nun ist er da, der Brexit. Leider 😐 Und schon regt sich Widerstand gegen die Entscheidung, vor allem bei den jungen Briten. Mal schauen, wie viele Jahre es dauern wird, bis sie reumütig zurückkommen werden. Ich würde sie jedenfalls jederzeit gerne wieder willkommen heißen. Der englische Humor à la Mr. Bean, Monty Python und Little Britain würde Europa nämlich auch fehlen, wenn Großbritannien gänzlich aus unseren Gedanken verschwinden würde.