Mikael Bergstrand: Der 50-jährige, der den Hintern nicht hochbekam, bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half

Göran Borg ist zurück und nimmt den Leser bzw. Hörer erneut mit auf eine abenteuerliche Reise…

Nachdem der Werbetexter und Indienreisende in seiner Heimatstadt Malmö in Schweden eine neue Anstellung gefunden hat, scheint es so, als könne sich der geschiedene Vater einer Tochter mit seinem neuen Dasein in der Heimat anfreunden. Doch schon bald beginnt er wieder zu grübeln und bekommt Sehnsucht nach dem Land, in dem er nicht zuletzt aufgrund seines Freundes Yogi sehr glücklich war. Von diesem hatte er gerade erst eine Einladung zu dessen Hochzeit in Delhi bekommen.

Seine Tochter Linda gibt ihm den Rat, eine Psychotherapie zu machen. Just, als damit begonnen hat, lernt er bei einem Junggesellenabend in seiner Stammkneipe den etwa gleichalterigen Sven Grip kennen, der genau wie er ein riesiger Fußballfan und dem einen oder anderen Schlückchen Alkohol nicht abgeneigt ist. Borg ist begeistert über die vielen Gemeinsamkeiten, die er mit dem einfühlsamen und fürsorglichen Zahnarzt hat, bis dieser ihn zur Verkostung seiner neusten Whisky-Errungenschaft in seine Wohnung einlädt. Dort wird ihm nach Begutachtung einiger DVDs und Zeitschriften des neuen Freundes klar, dass dieser mehr von ihm möchte, als bloße Freundschaft. Der schockierte 50-jährige macht sich schnellstens aus dem Staub und hat nun einen wirklich guten Grund dafür gefunden, wieder nach Indien zurück zu kehren.

Dort angekommen trifft er auf einen deprimierten Yogi, der so lange nicht heiraten darf, bis er seiner Frau Lakshmi eine gute Zukunft bieten kann. Wie Göran ihm dabei erneut aus der Misere hilft, welche Rolle eine Teeplantage dabei spielt und wie ein Tiger schließlich allen Mitwirkenden den richtigen Weg suggeriert, ist nachzulesen oder zu hören in Der 50-Jährige, der den Hintern nicht hochbekam,bis ihm ein Tiger auf die Sprünge half aus dem btb-Verlag beziehungsweise Audio Media Verlag. Auch die Antwort auf die Frage, ob der Titelheld letztlich in Indien bleibt oder ob es ihn doch wieder nach Schweden zurückzieht, wird dem Leser auf amüsante Weise beantwortet. Eine wirklich gelungene Fortsetzung des ersten Romans rund um Göran Borg.

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Mikael Bergstrand: Der 50-jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte

Göran Borg lebt in Malmö und ist von Beruf Werbetexter. Als er seinen 50. Geburtstag gerade hinter sich hat, beginnt seine Welt binnen kurzer Zeit ins Wanken zu geraten. Erst lässt sich seine Frau wegen eines jüngeren Mannes von ihm scheiden und dann wird er von seinem Arbeitgeber auch noch für zu alt erklärt und vor die Tür gesetzt. Für Göran ein Grund dazu, sich nur noch auf der heimischen Couch zu verkriechen und sich gehen zu lassen. Schließlich lädt ihn sein Freund Erik dazu ein, an einer Reise nach Indien teilzunehmen. Da er gerade ohnehin nichts Besseres vorhat, willigt er ein und findet sich schon bald auf einem der verrücktesten Trips seines Lebens wieder.

Nachdem er von seiner Reisegruppe getrennt wird, weil ihm das ungewohnte Essen Magen und Darm durcheinander gebracht hat und er ein paar Tage pausieren muss, trifft er auf den etwas verrückt daher kommenden Geschäftsmann Yogendra Singh Thakur, genannt Yogi, und kurze Zeit später auch auf dessen Mutter Amma. Beide bieten ihm an, bei ihnen für die weitere Dauer seines Aufenthalts zu wohnen. Während Amma sich vor allem um Görans leibliches Wohl kümmert, setzt Yogi alles daran, ihn als „Kulturjournalisten“ in der indischen Gesellschaft unterzubringen. Ein auf kuriose Weise zugeteilter Presseausweis und die von Yogi erdachte Aussicht auf ein Interview mit Shah Rukh Khan, einem der größten Filmstars des Landes, lassen Göran vor allem in der Gunst von Preeti Malhotra höher steigen. In deren Schönheitssalon sollte er eigentlich nur zur Maniküre gehen, doch kommt er frisch verliebt in die hübsche, junge, jedoch leider verheiratete Frau wieder heraus. Nun gilt es, mit Hilfe von Yogis Einfallsreichtum und etwas Glück für Göran, nicht nur Preeti von sich zu überzeugen, sondern auch den eigentlichen Sinn seiner Reise für sich zu entdecken.

Nein, Bergstrands 50-jähriger hat nichts mit Jonassons 100-jährigem zu tun. Teilen tun sie sich nur den Hang zur ellenlagen Überschrift und zu dieser Tatsache: Beide Autoren sind Schweden und beide können sich wunderbar skurrile Geschichten ausdenken, die mit ihrer Situationskomik jeden Leser zum Lachen bringen. Ich habe bei der Lektüre von Der 50-Jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte wirklich Tränen gelacht und kann jedem Leser diese verrückte Reise eines Mannes zu sich selbst wirklich nur ans Herz legen. Das Buch ist bei btb erschienen und für den erschwinglichen Preis von 9,99 Euro zu haben. Für Lesefaule gibt es das Ganze übrigens auch als Hörbuch vom Audio Media Verlag.

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