cropped-Screenshot_2016-02-21-13-44-31-1-2-2.png

Galileo präsentiert „Die spinnen, die Engländer“

„Das Handbuch zur kuriosesten aller Ausssteigernationen“  könnte man das von der Galileo-Redaktion zusammengestellte Taschenbuch über die Engländer auch nennen. Jenes Volk, das für seine geliebte Monarchin Elisabeth II, seinen Linksverkehr auf den Straßen, seinen Fünf-Uhr-Tee in der Tasse und dem regenreichsten Wetter des gesamten europäischen Kontinents berühmt ist… und vielleicht auch bald für  seinen unumkehrbaren Wunsch nach Eigenständigkeit, der es letzlich in ein paar Jahren wird verarmen lassen. Das wäre alles andere als lustig, sondern eine Tragödie! Darum, liebe Engländer (und auch alle Waliser,  Nordiren und Schotten) , bitte bleibt uns in der EU erhalten. Ich habe vor ein paar Jahren als Englisch-Deutsch Übersetzerin nicht ohne Grund diesen Werbeschriftzug inne gehabt: British_is_beautifulOkay, mein Übersetzerbüro ist mittlerweile geschlossen. Das heißt aber nicht, dass die Briten jetzt auch einfach so gehen sollen. Warum sie ganz klar zu Europa dazu gehören und trotzdem ihren ganz eigenen Kopf haben (und auch weiter haben sollen) ist in dem kleinen England-Handbuch Die spinnen, die Engländer wunderbar und auch mit viel Sinn für den weltbekannten britischen Humor erklärt. Jedem Fan dieser herrlich exzentrischen Fußballnation(en) sei dieses Werk über die Engländer darum nicht nur in Zeiten eines (bitte un-)möglichen Brexit wärmstens ans Herz gelegt.

PS: Nun ist er da, der Brexit. Leider 😐 Und schon regt sich Widerstand gegen die Entscheidung, vor allem bei den jungen Briten. Mal schauen, wie viele Jahre es dauern wird, bis sie reumütig zurückkommen werden. Ich würde sie jedenfalls jederzeit gerne wieder willkommen heißen. Der englische Humor à la Mr. Bean, Monty Python und Little Britain würde Europa nämlich auch fehlen, wenn Großbritannien gänzlich aus unseren Gedanken verschwinden würde.

Dr. Eckart von Hirschhausen: Wunderheiler

„Mein Name ist Hirschhausen. Ich bin Arzt. Ich möchte Sie gut behandeln…“ Und das tut er dann auch. Fast zwei Stunden lang sogar. Das Tolle daran: Es wirkt! Sogar erstaunlich gut. Das kann ich wirklich beurteilen. Denn da bin ich sozusagen Expertin. Oft und regelmäßig in meinem Leben bin ich Gast in den unterschiedlichsten Arztpraxen und Krankenhäusern gewesen; und werde es wohl auch weiterhin sein. Dabei würde ich mir gerne öfter mal einen Mediziner wie Dr. Eckart von Hirschhausen gefallen lassen. Denn meistens ist meine Laune nicht besonders gut, wenn ich einen Arzttermin habe. Hier sähe das anders aus. Denn bei diesem (be)zaubernden Komiker und Moderator gilt vor allem die Weisheit: Lachen ist die beste Medizin. Live gesehen habe ich ihn leider noch, obwohl ich in meiner ehemaligen hannoverschen Behausung lange Zeit ein Saisonplakat vom tak – meinem Lieblingstheater in Hannover-Linden – aufgehängt hatte, auf dem auch er vertreten war. Nun ja, was nicht ist, kann ja noch werden.

In seinem Programm Wunderheiler– das tituliert ist als sei bislang persönlichstes Programm – nimmt er seine Zuschauer und Zuhörer mit in seine Kindheit, seine Schulzeit, sein Studium und in seine Zeit als Arzt im Krankenhaus auf einer neurologischen Station für Kinder. Schon früh sei ihm aufgefallen, dass Menschen vor allem Zuwendung brauchen, um wieder gesund zu werden. Seine eigene Mutter hätte ihm beispielsweise immer das Lied „Heile, heile, Gänschen!“ vorgesungen, wenn er beim Spielen hingefallen sei. Welche Wirkung dies beispielsweise auch heute noch auf den Zuhörer haben kann, demonstriert er, indem er sich ans Klavier setzt und das Lied vorspielt. Weitere Lieder aus der Kindheit, die eine heilsame Wirkung haben können und spannendes medizinisches Fachwissen, publikumswirksam verpackt, kommen im Laufe des Programms zur Sprache. Auch mit einem Zaubertrick überrascht er sein Publikum und ganz besonders eine junge Dame, die prompt darin einbezogen wird.

Am Ende seines Programms, das mir als Hörbuch aus dem Hörverlag vorliegt, ist man versucht, es sich gleich noch einmal anzuhören. Besuchern des Auftritts mag es genauso ergangen sein. Man möchte noch mehr Geschichten aus von Hirschhausens Munde hören. Darum bin persönlich wirklich froh darüber, dass er von der Kinderstation auf die Bühne und letztlich auch ins Fernsehen gewechselt hat. Damit hat er kleinen und großen Zuschauern- und -hörern einen großen Gefallen getan.

Mikael Bergstrand: Der 50-jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte

Göran Borg lebt in Malmö und ist von Beruf Werbetexter. Als er seinen 50. Geburtstag gerade hinter sich hat, beginnt seine Welt binnen kurzer Zeit ins Wanken zu geraten. Erst lässt sich seine Frau wegen eines jüngeren Mannes von ihm scheiden und dann wird er von seinem Arbeitgeber auch noch für zu alt erklärt und vor die Tür gesetzt. Für Göran ein Grund dazu, sich nur noch auf der heimischen Couch zu verkriechen und sich gehen zu lassen. Schließlich lädt ihn sein Freund Erik dazu ein, an einer Reise nach Indien teilzunehmen. Da er gerade ohnehin nichts Besseres vorhat, willigt er ein und findet sich schon bald auf einem der verrücktesten Trips seines Lebens wieder.

Nachdem er von seiner Reisegruppe getrennt wird, weil ihm das ungewohnte Essen Magen und Darm durcheinander gebracht hat und er ein paar Tage pausieren muss, trifft er auf den etwas verrückt daher kommenden Geschäftsmann Yogendra Singh Thakur, genannt Yogi, und kurze Zeit später auch auf dessen Mutter Amma. Beide bieten ihm an, bei ihnen für die weitere Dauer seines Aufenthalts zu wohnen. Während Amma sich vor allem um Görans leibliches Wohl kümmert, setzt Yogi alles daran, ihn als „Kulturjournalisten“ in der indischen Gesellschaft unterzubringen. Ein auf kuriose Weise zugeteilter Presseausweis und die von Yogi erdachte Aussicht auf ein Interview mit Shah Rukh Khan, einem der größten Filmstars des Landes, lassen Göran vor allem in der Gunst von Preeti Malhotra höher steigen. In deren Schönheitssalon sollte er eigentlich nur zur Maniküre gehen, doch kommt er frisch verliebt in die hübsche, junge, jedoch leider verheiratete Frau wieder heraus. Nun gilt es, mit Hilfe von Yogis Einfallsreichtum und etwas Glück für Göran, nicht nur Preeti von sich zu überzeugen, sondern auch den eigentlichen Sinn seiner Reise für sich zu entdecken.

Nein, Bergstrands 50-jähriger hat nichts mit Jonassons 100-jährigem zu tun. Teilen tun sie sich nur den Hang zur ellenlagen Überschrift und zu dieser Tatsache: Beide Autoren sind Schweden und beide können sich wunderbar skurrile Geschichten ausdenken, die mit ihrer Situationskomik jeden Leser zum Lachen bringen. Ich habe bei der Lektüre von Der 50-Jährige, der nach Indien fuhr und über den Sinn des Lebens stolperte wirklich Tränen gelacht und kann jedem Leser diese verrückte Reise eines Mannes zu sich selbst wirklich nur ans Herz legen. Das Buch ist bei btb erschienen und für den erschwinglichen Preis von 9,99 Euro zu haben. Für Lesefaule gibt es das Ganze übrigens auch als Hörbuch vom Audio Media Verlag.

Leseprobe

Doktor Stratmann: Pathologisch

„Im deutschen Fernsehen hat jede Krimiserie mittlerweile ihren eigenen Pathologen, der nicht selten mitermittelt.“ so die Festsellung von Doktor (Ludger) Stratmann in seinem definitiv letzten Bühnenprogramm Pathologisch, das nun als Hörbuch bei tacheles!/ Roof Music erschienen ist. Doktor Stratmann blickt in diesem, seinem letzten Programm, auf sein Leben zurück, und zwar, nachdem er auf offener Straße von einem Bierfass-Transporter erfasst wurde und gestorben ist. Auch, wenn er sein plötzliches Ableben noch gar nicht fassen kann, arrangiert er sich mit der Situation und zieht über seine Schul- und Ausbildungszeit Bilanz. Er erinnert sich daran, wie er und seine Frau Inge sich in seiner Stammdiscothek beim Bluestanzen zum ersten Mal begegnet und näher gekommen sind. Auch in Bezug auf Freunde und Weggefährten lässt er noch einmal seine Gedanken Revue passieren. Er denkt zum Beispiel an seinen Freund Heini Schmalzig, der sich gerade erst kürzlich das „Himmelreich auf Erden“ zugelegt hat. Letztlich wirft er noch einen Blick auf die Zukunft dieser Welt, die nun ohne ihn weiter existieren wird. Das alles natürlich mit dem ihm eigenen, unvergleichlichen Ruhrpott-Humor und der dazu passenden Sprache. Typisch Doktor Stratmann eben. Hier ein kleines Beispiel aus einem früheren Programm:


Ludger Stratmanns eigene Sendung im WDR Fernsehen
Auch, wenn ich mit meinen Eltern nicht unbedingt jede Vorliebe für gewisse Sendungen im Fernsehen teile, das „Stratmanns“, einmal im Monat Samstagabends im WDR, hatte es uns allen angetan. Ludger Stratmann fungierte seit 2001 nicht nur als Namensgeber für die aus Kabarett-Auftritten bekannter Künstler und Kneipen-Sitcom zusammengesetzte Sendung, sondern mimte darin auch 15 Jahre lang den Wirt Josef „Jupp“ Kwiatkowski, der allmonatlich durchs Programm führte. Am 7. Mai 2016 lief nun die letzte „Stratmanns“-Sendung im WDR Fernsehen und passend dazu hat sich nun auch Doktor Stratmann (Mediziner war er vor der Bühnentätigkeit übrigens wirklich) mit dem vorab angesprochenen Bühnenprogramm aus seinem aktiven Schauspielerdasein verabschiedet. Uns wird er fehlen, denn wir mochten seine wunderbare Art, Menschen für das Kabarett und auch für den Ruhrpott zu begeistern.

Deutschland einig „Schnauze!“-Land – Witzel gegen Daniel und Kleindienst

Vor 27 Jahren geschah ein Wunder in Deutschland: Am 09. November 1989 fiel die Mauer in Berlin und Menschen aus der BRD und der DDR lagen sich in den Armen. Ich war damals 14 Jahre alt und staunte ein paar Tage später beim Blick aus unserem Küchenfenster auf eine der Hauptstraßen unseres kleinen Ortes in der Nähe von Hannover nicht schlecht über die vielen bonbonfarbenen Autos auf dem Parkstreifen gegenüber. Die Ossis kamen die Wessis zum ersten Mal ungehindert besuchen. Damals fragte ich mich nachdenklich, wie lange es wohl dauern würde, bis aus Ost- und Westdeutschland wieder EIN Land geworden ist. Heute im Jahre 2016 kann ich darauf antworten: Es wird noch lange dauern! Die Menschen in beiden Teilen Deutschlands sind nach wie vor noch immer sehr verschieden. Genau das führt mittlerweile auch häufig zu Kritik aneinander.

Schön, wenn man dann diese satirisch aufbereiten kann. Auf die Idee kam 2009 der in Leipzig geborene Stern.de-Redakteur Holger Witzel, dessen Kolumne „Schnauze Wessi: Pöbeleien aus einem besetzten Land“ schon bald zur meistgeklickten und meistdiskutierten Rubrik der ganzen Website wurde. Witzel übt in seinen satirischen Texten reichlich Kritik an den „Besser-Wessis“ und ihrer Besetzerkultur im Osten. Ende 2013 ist bei Goldmann ein gleichnamiges Buch mit den 30 besten Kolumnen aus Witzels Feder erschienen. Dies hatte natürlich wie die Texte auf der Website das Zeug zum Kassenschlager. Mit den Büchern „Gib Wessis eine Chance“ (Gütersloher Verlagshaus, 2013) und „Heul doch, Wessi“ (Eulenspiegel Verlag, 2014) legte Witzel bereits zweimal nach.

2015 haben sich daraufhin mit Mark Daniel und Jürgen Kleinschmidt zwei aus Westdeutschland stammende Redakteure der Leipziger Volkszeitung zusammengetan und in ihrem beim Gütersloher Verlagshaus erschienenen Buch „Schnauze Ossi!: Zwei Wessis pöbeln zurück“ die nicht minder satirischen Antworten auf Witzels Provokationen formuliert. Mit 21 Kolumnen und einem Ossi-Verständnis-Test für Wessis setzen sie sich erfolgreich zur Wehr gegen die „Soli-Beitrags-Kassierer“, die mittlerweile heimlich das ganze Land für sich eingenommen haben und sowohl das Kanzleramt, als auch den Platz des Bundespräsidenten besetzen.

Deutsch-deutsche Satire, die man gelesen haben sollte, egal, aus welchem Landesteil man stammt.

Dietmar Wischmeyer: Den Klaren sieht die Leber nicht

Es war im Jahre 1989, als ich das erste Mal im Radio auf die satirischen Erläuterungen des kleinen Tierfreunds zur heimischen Tierwelt stieß. Was ich damals als knapp 14-jährige noch nicht wusste: Der Mann hinter der Stimme des kleinen Tierfreunds würde mich auch 27 Jahre später noch zum Lachen bringen. Der kleine Tierfreund war nämlich die erste Radiocomedyfigur, die Dietmar Wischmeyer für den damals noch jungen niedersächsischen Radiosender ffn kreiert hat.

Kurze Zeit später wurde ich zum Fan der sonntäglichen Radiosendung „Das Frühstyxradio“, für das sich Wischmeyer gemeinsam mit einigen anderen Kollegen Comedyfiguren, wie Frieda und Anneliese, Bruns und Brochterbeck, Willi Deutschmann oder auch Günther, den Treckerfahrer ausgedacht hat. Zwei dieser anderen Kollegen sind heute bundesweit bekannte Komiker, wovon der eine Wischmeyer als Kollegen in seine Nachrichtencomedy im ZDF geholt hat. Die Rede ist von Oliver Welke, seines Zeichens Anchorman der heute show. Wischmeyer darf sich hier in verschiedenen Rollen ausleben und zum Beispiel als Günther, der Treckerfahrer, Niedersachsen erklären:

Der andere war lange Zeit auf Pro Sieben, heute auf Tele 5 als satierischer Fernsehkritiker unterwegs und tritt bis heute gemeinsam mit Wischmeyer als die Thekenphilosophen Kurt und Gürgen, besser bekannt als Die Arschkrampen auf: Oliver Kalkofe. Angefangen haben jedoch beide Olivers bei dem damals noch kleinen, in einem Bauernhaus in Isernhagen bei Hannover ansässigen Radiosender ffn unter der Redaktionsleitung Wischmeyers.

Obwohl es das Frühstyxradio heute in der ursprünglichen Form nicht mehr gibt, ist Wischmeyer mit einigen seiner Figuren dem Sender treu geblieben und hat hier beispielsweise in Gestalt von Günther, dem Treckerfahrer, seine tägliche Radiokolumne. Da er seine Ideen jedoch auch gerne zu Papier bringt entstehen immer wieder herrlich komische Bücher, die man sich als Fan des ideenreichen Niedersachsen immer wieder gerne zu Gemüte führt. So auch das neuste Werk aus seiner Feder mit dem schönen Titel Den Klaren sieht die Leber nicht: Männerleben auf dem Lande, erschienen im Oldenburger Lappan Verlag.

Hier erfährt der wissbegierige Leser von Günther, dem Treckerfahrer höchstpersönlich, warum sich der Städter nach dem Landleben sehnt und der einfache Dörfler das Landleben einem Dasein in der Stadt auf jeden Fall vorzieht. Ländliches Brauchtum wird wie auch die typischen Tätigkeiten im Dorfe in allen Facetten erklärt und nicht nur dem Manne schmackhaft gemacht. Das alles natürlich in niedersächsischer bäuerlicher Mundart, bei der kein Blatt vor den Mund genommen wird. Für Fans des Frühstyxradios sind die Bücher Wischmeyers ohnehin ein Muss, aber auch als unbedarfter Satirefan ist man mit diesem Buch über die Vorzüge des Lebens auf dem platten Lande wirklich gut bedient.

Horst Evers: Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex

In Berlin lebt der wohl charmanteste Geschichtenerzähler unter den Kabarettisten. Horst Evers war wieder unterwegs und hat sein Publikum mit seinen Alltagsbeobachtungen von der Fahrscheinkontrolle über den Wolf bis hin zum unvermeidbaren Berliner Flughafen grandios unterhalten. Für Fans des gebürtigen Niedersachsen und solche, die es noch werden wollen, ist bei WortArt sein aktuelles Programm mit dem vielsagenden Titel Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex erschienen. Den subtilen Humor des stets im roten Hemd auftretenden Evers kann man nur wage beschreiben. Man muss ihn erlebt haben. Hier ein kleiner Ausschnitt aus einem seiner früheren Programme, eine Geschichte mit dem Titel „Monika“:

Neben seiner Tätigkeit als Kabarettist ist Evers in den letzten drei Jahren auch als Autor in Erscheinung getreten, wobei der Humor auch in seinen beiden bisher erschienenen Büchern nicht zu kurz kommt. Nach dem herrlich absurden Kriminalroman Der König von Berlin ist das Buch Alles außer irdisch noch eine Spur skuriler und fantastischer (im wahrsten Sinne des Wortes) geworden. Es handelt von einer ganz außergewöhnlichen außerirdischen Spezies, die im Grunde genommen schon mitten unter uns lebt, von der wir bisher aber noch keine Notiz genommen haben. Beide Bücher sollte man auf jeden Fall in seinem Bücherregal haben, wenn man Spaß an absurden Geschichten hat.

Torsten Sträter: Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben und Als ich in meinem Alter war

Es dürfte jetzt knapp drei Jahre her sein, als mir in der Sendung „Stratmanns“ am Samstagabend im WDR Fernsehen ein Comedian auffiel, der nicht nur aus dem Ruhrpott stammte, sondern auch den für diese Region so typischen herrlich trockenen und direkten Humor in den Geschichten, die er vorlas, zum Besten gab: Torsten Sträter.

Nun muss ich von mir selbst sagen, dass ich bereits als Jugendliche von einem Mann geprägt wurde, der einen ähnlich direkten Witz vorzuweisen hatte: Mein Kunstlehrer und späterer Tutor, der von allen nur Ferdi genannt wurde und aus Essen stammte. In der Region Hannover war er damals mit seinem Humor auch etwas Unverwechselbares. Genauso verhält es sich jetzt für mich mit diesem Geschichtenerzähler, der durch seine schwarze Strickmütze, sein dunkles schon langsam ins Grau tendierende Ziegenbärtchen und seine wachen blauen Augen ebenso wie durch seine unverwechselbare Stimme auffällt, der ich immer wieder gerne zuhöre. Sein aktuelles Hörbuch „Selbstbeherrschung umständehalber abzugeben“ läuft bei mir darum fast jeden Tag.

Ich scheine da übrigens nicht die Einzige zu sein, denn wenn man auf Google nach jemandem sucht, der Torsten mit Vornamen heißt, findet man den Namen Torsten Sträter mittlerweile ganz oben in der Trefferliste. Bekannt geworden ist er durch eine in den letzten Jahren hierzulande populär gewordene moderne Form des Dichterwettstreits: Den Poetry Slam. Davor war der gebürtige Dortmunder als Herrenschneider tätig und hat nebenher Horrorgeschichten geschrieben. Gottseidank hat er ins komische Fach gewechselt, denn sonst wüsste ich bis heute wohl nichts von seiner Existenz. In Sendungen wie „Extra 3“ im NDR, „Nuhr im Ersten“ in der ARD und „PufPaffs Happy Hour“ auf 3Sat ist er ein ebenso gern gesehener Gast, wie in der „Heute Show“ und der „Anstalt“ im ZDF.

Seine Geschichten drehen sich um seinen Alltag und um allerlei merkwürdige und komische Erlebnisse, die er mit seinen Mitmenschen hat. Um das Eigenleben technischer Hilfsmittel, wie dem Apple IPhone Hilfsprogramm Siri dreht sich eine seiner populärsten Geschichten.

Auf YouTube hat er seine Popularität nicht nur damit auch beim jüngeren Publikum rasant gesteigert. Sein allerneuster Streich, das Buch „Als ich in meinem Alter war“ ist wieder äußerst gelungen und sei Comedyfans jeden Alters zur Anschaffung empfohlen. Von seinem Geständnis über seine zweite Identität als „Batman“ bis hin zu seinen Schilderungen über den „Oppa“ hat er wieder viele Geschichten mit rabenschwarzem, philosophischen und hintersinnigen Humor aufgeschrieben.

Wer Herrn Sträter mal live erleben möchte, der muss also Hannoveraner leider noch ein ganzes Jahr warten, denn seine diesjährige Vorstellung im Theater am Aegi ist schon total ausverkauft. Aber im Herbst 2017 ist bereits ein Termin angesetzt, für den es schon Karten gibt. Die kann man HIER käuflich erwerben. Ansonsten muss man auf den WDR und das Ruhrgebiet zurückgreifen. Ab Anfang Mai 2016 wird für den Sender in Oberhausen die 45-minütige Sendung „Torsten Sträters Männerhaushalt“ aufgezeichnet. Dafür werden dann ebenfalls die Eintrittskarten käuflich erwerbbar sein.

Auf ein Neues

Steffi_2016Vier Jahre ist es her, da hatte ich diesen Blog und die darin versammelten Inhalte aufgegeben. Ich dachte damals, ich sei wohl doch schon zu alt für Comedy und alles, was damit zusammenhängt. Weit gefehlt, wie ich feststellen musste. Nur einen Unterschied gibt es. Um das Jahr 2000 rum bin ich regelmäßig live dabei gewesen, wenn Komiker und Kabarettisten in meiner Stadt auftraten. In Hannover war das auch nicht wirklich schwierig.

Inzwischen bin ich aufs Land gezogen und auch gesundheitlich nicht mehr so ganz auf der Höhe. Darum bin ich nun regelmäßiger Konsument von Comedy im NDR, im WDR, im ZDF und auf 3SAT. Satirische und komische Bücher füllen zudem den größten Teil meines Bücherregals. Auch Radiocomedy wird bei mir viel und mit reichlich Vergnügen gehört. Außerdem gucke ich gerne in die YouTube Kanäle im Internet und halte mich durch Mitteilungen für die Presse von verschiedenen Verlagen und Filmportalen auf dem Laufenden.

Weil es immer wieder schön ist für mich, auch anderen meine Comedytipps mitzuteilen und mit ihnen im Austausch darüber zu sein, habe den Blog neu eröffnet. Ich würde mich über den einen oder anderen Kommentar von Euch sehr freuen. 🙂 Liebe Grüße, Eure Steffi